lechuza is there a lack of color?
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hirn ein.

ich bin zwar am verlieren, aber das ist okay. also mir geht es gut, danke. ich komm klar. standard. mittelmaß. das hatten wir alles schon tausendmal. heute das, morgen was andres. also heute die dvds und morgen der geburtstag. und kein alkohol für die nächsten wochen, denn ich brauch nen klaren kopf und sowas. ich denke, das wird okay. es kann ja nur besser werden. und das ist gut. und wenn nicht, dann ist es nicht ganz so gut, aber immer noch okay. mittelmaß eben. aber worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist was ganz anderes.

"den leuten, die mir was bedeuten, will ich das auch zeigen. nur ist der kopf sehr oft verstopft und lässt den bauch schweigen."

liebe.

 

31.3.08 17:33


1/4m freiheit



ich wünsch euch was.
anna
21.12.07 14:10


Das verschnörkelte H aus dem 1. Stock

Es war ungefähr 1994. Ich erinnere mich noch an alles. Dieses Haus war eine eingeschworene Gemeinschaft aus vielen alten Menschen. Ich fühlte mich wohl. Es war sowas wie ein zweites Zuhause.


Das Erdgeschoss / Das geheime Abkommen
Ich denke an das Erdgeschoss, an die Frau, die immer aus dem Fenster schaute und beobachtete. Sie hat gestrahlt und gewunken. Als ich mit meiner Oma ins Haus trat, ging die Tür im Erdgeschoss auf. Ich sehe noch den faltigen grauen Blümchenrock und die weiße Strickjacke, ein altes Gesicht mit strahlenden blauen Augen hinter einer Brille mit dicken Gläsern, die kurzen weißen lockigen haare, die blassen Lippen und die kleinen roten Ohren mit den weißen Perlenohrringen.
Ich erinnere mich an die 2 Mark, die sie mir heimlich zugesteckt hatte und an die in rotem Silberpapier eingewickelten Schokoladeneier, die ich von ihr bekam, wenn ich ins Treppenhaus trat, mit meiner Oma zusammen. Niemand außer uns beiden wusste davon und dies sollte auch so bleiben. Ich sehe noch den rechten Zeigefinger auf ihren Lippen. Mir war damals nicht klar, dass irgendwann unser Geheimnis an Bedeutung verlieren würde. Erst recht nicht hätte ich gedacht, dass es irgendwann nicht mehr existieren würde.
Sie hatte es bewahrt.

Der 1. Stock / Das verschnörkelte H
Hinter der Glasscheibe mit dem Muster, konnte man den beigen Stoff sehen, der als Sichtschutz diente. Die Tür mit der Glasscheibe war etwas ganz besonderes für mich und kam mir damals außergewöhnlich alt vor. Sie lag gegenüber von der, meiner Oma und war hellblau. An der Wand, rechts von der Tür, war die schwarze Klingel mit dem weißen Knopf. Über ihr war ein goldenes Schild mit dem Familiennamen. Ich erinnere mich an das wunderschöne verschnörkelte H. Ich stand manchmal Minutenlang vor diesem Namensschild und habe es bewundert. Meine Oma und ich klingelten manchmal an dieser Tür, und als sie sich öffnete, stand mir eine große, dicke, alte, braunhaarige Frau gegenüber, die immer freundlich lächelte. Meistens saßen wir zu dritt in der Küche und aßen Kuchen. Manchmal waren wir aber auch Vier.
Sie hatte eine helle, bebende Stimme und besonders klare, helle Augen. Abends ging ich heimlich zu ihr und setzte mich auf ihr moosgrünes Sofa. Aber wenn mich dann meine Oma holte, um mich ins Bett zu bringen, war mir die Frau von Gegenüber unheimlich.
Zwölf Jahre später bekam ich zu meinem Geburtstag eine Karte mit Glückwünschen und einem Zwanzigeuroschein. Tage danach stand ich erneut vor der hellblauen Tür. Alles war wie damals. Der beige Stoff hinter der Glasscheibe, die schwarze Klingel, der weiße Knopf und das Goldene Namensschild mit dem verschnörkelten H. Ich fühlte mich in meine Kindheit zurückversetzt und klingelte.
Die Tür ging auf: Ich sah eine kleine und abgemagerte Frau vor mir. Ihre Stimme klang verletzlich und zitternd und bestand aus Seufzern. Sie bat mich herein und ich saß in der Küche. Wir waren zu zweit und ich lehnte den Kuchen ab. Ich hatte Probleme damit, ihr in die Augen zu schauen, denn ich wusste nicht, welches das Echte war.
Ich warf einen Blick in das Wohnzimmer und sah das Sofa, auf dem ich in meiner Kindheit so gerne saß.
Der wesentliche Unterschied zu damals war dennoch, dass die alte Frau mir unheimlich war, während sie in meiner Nähe war, ich sie aber vermisste, als sie die Tür hinter mir schloss.
Jetzt gibt es keinen Unterschied mehr.

Der 2.Stock / Alles aus Silber
Als bei meiner Oma das Telefon klingelte, war es meistens die Frau aus dem 2. Stock, die wollte, dass wir sie besuchen. Manchmal machten wir das. Als ich die vielen Treppen nach oben gestiegen war, dachte ich immer, ich wäre den Wolken ganz nah. Das gesamte Treppenhaus war viel heller, es erschien wie in Silber verpackt. Vielleicht war es das, was mir Angst bereitete. Ich ging jedenfalls nur sehr ungern die silbernen Treppen hinauf, zu der Frau, die 1994 noch ganz vernarrt in mich war und Brettspiele liebte. Sie hatte schiefe, gelbe Zähne und hatte ihre Brille immer an einem goldenen Band um den Hals hängen. Ich habe nie gesehen, dass sie ihre Brille benutzt hat. Sie trug gerne blaugraue Kleider und weiße Sandalen und erzählte mir, sie ginge jeden Tag spazieren. Auf die Frage, ob ich morgen mit ihr gehen wolle, antwortete immer meiner Oma.
Heute fragt sie nicht mehr.


Wenn ich Heute an das Haus denke, in dem meine Oma wohnt, dann sehe ich die vielen hellblauen Türen mit den Glasscheiben, hinter denen Stoffe als Sichtschutz gespannt sind; die schwarzen Klingeln mit den weißen Knöpfen und die goldenen Namensschilder mit den verschnörkelten Anfangsbuchstaben. Und seit das Namensschild mit dem verschnörkelte H aus dem 1. Stock nicht mehr an der Wand über der Klingel hängt, gibt es für mich keinen Unterschied mehr zwischen den vielen Türen, und es fühlt sich an, als hätte man mir ein Teil meiner Kindheit zu früh genommen, denn ich verstehe ihn auch heute noch nicht.
Jetzt ist es zu spät.
10.12.07 19:18


anna loves you (part III)

das prinzip heißt hoffnung.

7.12.07 21:10


anna loves you (part II)

ich wusste schon immer, wo ich hingehöre.

25.11.07 13:37


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